Keine PR in der Krise – Ist weniger mehr?

November 19th, 2008

Bei den privaten TV-Sendern und den Verlagen geht die Angst um. Ihre Kunden müssen in der Krise auf die Kosten achten, was bei einigen wohl auch bedeutet, dass Kommunikation und Werbung zu kurz kommt. Aber nicht nur da, auch dort wo die Kosten eine nur geringe Rolle spielen, scheinen viele Unternehmen angesichts drohender Krisenausläufer ihre Kommunikation nach der Vogel Strauß-Methode zu gestalten: Kopf in den Sand, bis die Gefahr vorbei – oder der Kopf ab ist.

Zum ersten Punkt: Verständlich, wer in Krisensituationen seine Werbe-Ausgaben anpasst.

Aber es gab zu solchen Zeiten – ich erinnere an die letzten Krisen – immer Unternehmen, die mit gut gefüllter Kriegskasse ihre Marke und ihre Marktanteile gegenüber der zaudernden Konkurrenz nach vorne gebracht haben. Wer Optimismus verbreitet (und ihn sich leisten kann), dürfte im Markt punkten, Image und Marke verbessern.

Zum zweiten Punkt. In Krisensituationen rächen sich Kommunikationsfehler um so stärker.

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Blogger-Protest gegen Tchibos Produktionsbedingungen – Konzern bleibt gelassen

Juni 19th, 2008

Ob die Nerven bei Tchibo blank lagen, als eine Bloggerin zwei T-Shirts mit dem selbst verfassten Aufdruck “Tchibo Shirts: Gefertigt für Hungerlöhne” und “Dieses T-Shirt hat ein Kind für Tchibo genäht” ist nicht überliefert. Interessant ist, dass Tchibo für 12,90 die T-Shirts tatsächlich geliefert hat, weil die Kontrolle des Herstellers nicht funktioniert hat.

Gerne hätte Tchibo die T-Shirts wieder zurück genommen und zum Kaufpreis noch ein Päckchen Fair-Trade-Kaffee gelegt.Doch die Bloggerin entscheid sich für eine Aktion gegen den Kaffee-Röster, der allerdings eher gelassen reagierte und die Aktion nutzte, um darzustellen, dass die Vorwürfe nicht mehr zutreffen würden.

 Spiegel Online berichtete sowohl über die trickreiche Aktion als auch über die Darstellung von Tchibo.

Mein Ruf im Internet

Mai 28th, 2008

Das Internet ist viral und vergisst nichts. Auch darum ging es beim heutigen Social Web Breakfst in der Münchner Lounch2 im Mathäser, das PR-Blogger Klaus Eck und Thomas Koch von Kongress Media organisiert hatten.

Mario Grobholz, Gründer der Reputation-Plattform myOn-ID, aber auch Eck machten deutlich, wie wichtig es ist für aktive, aber auch passive Internet-Nutzer, einen Überblick zu behalten, welche Meinungen über sie kursieren und welchen Ruf sie in der virtuellen Welt genießen.

Was lesen Geschäftspartner, Freunde, aber auch ein Personalchef (über 30 Prozent googeln Bewerber-Infos) bei einer Bewerbung über mich im Internet? Ist mein Profil, das sich dort herauskristallisiert authentisch, stimmt es mit dem realen Image überein, das ich und andere von mir haben?

 Mit myOn-ID hat Grobholz eine interessante Plattform geschaffen, die per Meta-Suchmaschine Daten über die eigene Person sammelt und Bewertungen zulässt. Folge von Bewertungen und Bearbeitungen: Aussagen und Fundstellen, die man präferiert, werden beim Suchen in Google künftig weiter oben gerankt, ohne komplizierte Suchmaschinen-Optimierungstools.

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Krisenweltmeister Deutschland AG

Mai 25th, 2008

“Krise im System” titelte der Spiegel Online in seinem Beitrag am Sonntag, 26. Mai aus Anlass des neuesten Unternehmensskandals bei der Telekom und folgerte: Der Sittenverfall ist kein Zufall, sondern Systembedingt.

Wie bekannt, besteht der begründete Verdacht, dass die Telekom auf eine perfide Art und Weise überprüfte, ob Manager und Aufsichtsräte Kontakte mit Wirtschaftsjournalisten haben. Hierzu wurden heimlich Telefonverbindungsdaten ausgewertet, um angeblich undichte Stellen zu finden, die der Presse möglicherweise Informationen zuspielen. Das Pikante dabei, anscheinend wurden hierbei auch Telefondaten von Journalisten genutzt, um Abgleiche durchführen zu können.

Immerhin reagierte der neue Vorstand sofort, als die Sache durch ein fehlgeleitetes Fax ruchbar wurde und schaltete die Staatsanwaltschaft ein.

Journalistenverbände sehen angesichts dieser Methoden, die sie an Stasi-Zeiten erinnern, die Pressefreiheit in Gefahr.

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Verlage nur mäßig für die Zukunft gerüstet

Mai 19th, 2008

Schlechte Ausbildung und Outsourcing seien die größten Gefahren für Journalismus und Presse, ziehen die dpa-Tochter News Aktuell und das Hamburger Faktenkontor ihr Fazit im Medien-Trendmonitor Frühjahr 2008. Kritischer sollte man aber die Antworten von 70 Prozent der Befragten nehmen. Sie sind der Ansicht, dass die deutschen Verlage nur mäßig für die digitale Zukunft gerüstet seien.bild-3.png

Befragt wurden 3.039 Redakteure und freie Journalisten vom 14. Januar bis zum 10.Februar 2008. Obwohl es sich hier um keine Aussagen von Verlagsleitungen handelt, geben die Antworten zumindest eine Tendenz an, da Redaktionen in die Online-Entwicklungen von Verlagen in der Regel eingebunden sind.

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Unschuld teurer als Schuld – Bürger+Staat=Krise?

Mai 18th, 2008

Vor einer Woche fühlte ich mich, als eine Gebührenrechnung der Justiz eintraf, stark an ein Erlebnis in einem südamerikanischen Land erinnert.

Dort wollte ich nach einem Diebstahl eine Anzeige erstatten. Nicht, weil ich hoffte, dass dies der Gerechtigkeit dient, sondern wegen der Versicherung.

Bei der Aufnahme der Anzeige wartete ich geduldig, bis der Beamte endlich die Tasten der Schreibmaschine bewegte. Nichts tat sich. Dann flüsterte mir jemand das Wort “Dollar” ins Ohr. Daraufhin verschwand der Beamte, ich legte ein paar Dollarscheine zwischen die Papiere auf dem Schreibtisch, der Mann kam zurück, bemerkte die Dollarscheine zwischen seinen Unterlagen, schob alles in denSchreibtisch und begann endlich zu schreiben.

Natürlich ist mir das nicht so in Deutschland passiert. Nein, hier werden keine Dollarscheine von Beamten eingesteckt, sondern bei uns kommen Gebührenrechnungen vom Staat, die aber manchmal ein ähnliches Gefühl von Ohnmacht und Willkür hinterlassen.

Was ist passiert?

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Wer zu spät kommt …

April 18th, 2008

In vielen großen Unternehmen ist Unternehmenskommunikation auf Verkündigungsmedien wie zu biblischen Zeiten begrenzt. Dass durch das Internet diese Einbahnstraße aufgehoben ist, ja die Kommunikation um und über ein Unternehmen unkontrolliert entwickeln kann (was gleichermaßen positiv wie negativ sein kann), wurde von vielen Leistungsträgern zu wenig wahr genommen.Wohl auch bei American Airlines. Dort hat man erst während bzw. nach dem Chaos an US-Flughäfen durch technisch bedingte Flugausfälle den Corporate Blog als Kommunikationsmedium entdeckt. Zu spät, um tatsächlich über den Blog Frust und Ärger der betroffenen Passagiere aktuell abbauen zu können, aber vielleicht nicht zu spät für die nächste Krise, die im turbulenten US-Luftfahrtgeschäft bestimmt kommt. Read the rest of this entry »

Viral Clash – Blog über Chancen und Krisen des viralen Internet

April 2nd, 2008

Im Moment vernachlässige ich leider etwas den Krisenblogger., da ich gerade meinen neuen Blog Viral Clash aufbaue.Schauen Sie doch einmal vorbei und lassen Sie sich überraschen, auch wenn Viral Clash noch im Aufbau ist.Vielleicht haben Sie auch eine Idee, welche Themen man dort noch ansprechen kann.Viele Grüße Roland Keller 

Dauerkrisen und die Guten, die Bösen und die Hässlichen

Februar 22nd, 2008

Die Debatte um den Fall Zumwinkel und folgende erinnert mich an den Titel von Sergio Leones Italo-Western “The Good, the Bad and the Ugly” von 1966, dessen deutscher Titel “Zwei glorreiche Halunken” in diesem Fall weniger zielführend ist.

Für die einen sind Zumwinkel & Co. einfach die Bösen, für die anderen die Hässlichen oder beides. Doch es gibt auch andere Meinungen, die allerdings nicht so weit gehen, in Herrn Zumwinkel einen Robin Hood gegen den Finanz-Sheriff Steinbrück von Nottingham zu sehen. Oder den Rächer der Unterdrückten, der gen Liechtenstein in den Sonnenuntergang reitet.

Nein, das nicht, aber warum nicht mal die Sache politisch unkorrekt betrachten, meinte ein intelligenter Beobachter: “Jagt hier nicht ein Raubritter den anderen?” Das sei natürlich nur verkürzte Polemik, wir würden ja nicht mehr im Mittelalter leben, wo der Burgvogt Gessler (Schiller, Tell, Schweiz, Rütli-Schwur, Schweizer Bankentum) und andere böse Schergen dem rechtlosen Untertan den Zehnt und – auch mal ein wenig mehr – abpressten.

Vorsicht Glatteis.

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Zumwinkel – Es gilt die Unschuldsvermutung

Februar 14th, 2008

Natürlich gilt beim Fall Zumwinkel bis auf Weiteres die Unschuldsvermutung angesichts des Verdachtes auf Steuerhinterziehung.

Allerdings bin ich schon auf die Gespräche bei meinem nächsten Besuch bei der Post-Filiale in der Service-Schlange (ist das Wort eigentlich schon von der Post schon geschützt worden?).

Die fängt nämlich schon auf der Straße an, da zum Wohle der Kunden an angemessenen Räumen gespart wird. Im Winter ein echter Beitrag zur Abhärtung, statt sich in geheizten Räumen Viren zu holen. Zudem ein freiwilliger Service für Raucher. Und man lernt Leute kennen. Schließlich hat man angesichts dieser Service-Anstrengungen genügend gemeinsame Themen, dem jetzt noch die causa Zumwinkel hinzu kommt.

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