Das Licht am Ende des Tunnels

Wer in einer bedrohlichen Krise betroffene Unternehmer oder Manager berät, stößt immer wieder auf ein Phänomen, das ich Blockade oder Tunnelblick nennen möchte.
Sämtliche Gedanken, alles Handeln ist oft von einer Angst beeinflusst, die Krise nicht zu meistern – oder zumindest von der Frage bestimmt: was ist, wenn ich/wir es nicht packen?
Eine Situation, die nicht nur lähmend ist, sondern auch Kraft und Zeit raubt, alle positiven Momente zu mobilisieren, um mental und damit auch real die Krise zu überwinden.

Als Außenstehender fällt es leicht, in solch einer Situation den abgegriffenen Begriff von der Chance, die sich aus einer Krise heraus entwickeln kann, zu bringen. Der Blick, den einen dann von einem Menschen treffen kann, der tief von der Krisensituation gebeutelt ist, kann jedoch tödlich sein.
Gibt es also Patentrezepte, Unternehmer oder Manager, die von gefährlichen Krisen betroffen sind, aus der Blockade herauszureißen? Wohl nicht.Hilfreich kann hier sein, ein Bündel von Alternativen anzudenken und durchzuspielen, die helfen können die Krisensituation zu beenden oder aber wieder Herr der Lage zu werden. Während bei neuen, interessantn Projekten der Motor wie selbst läuft, die Euphorie eher gebremst werden muss, ist in Krisen oft das gegenteilige Szenario zu erkennen.
Warum hier nicht ähnlich vorgehen? Wobei auf Sprüche wie den von der Chance in der Krise eher verzichtet werden sollte – richtig weiter helfen sie nicht. Konkrete Szenarien schon. Am besten gleich mehrere Alternativen, um den Bewegungsspielraum, der vorhanden ist darzustellen.
Kleine Schritte, das habe ich aus schwierigen Lernphasen mitgenommen, verhindern am ehesten Misserfolge und gestatten es den Motor wieder zum Laufen zu bringen, geben den Glauben zurück, dass das Ende des Tunnels erreicht werden kann. Und sobald dieser Glaube da ist, löst sich auch der Tunnelblick – mit der Chance, dass man die Krisensitutioan mit anderen Augen bewerten kann. Ich denke, auch nur so kann das chinesische Schriftzeichen gewertet werden, das sowohl Krise als auch Chance meint.
Nur wer Handlungsfreiheit gewinnt, kann neue, hilfereiche Szenarien jenseits des Tellerrandes entwickeln, die neue Chancen aufzeigen. Dies bedeutet letztendlich, dass in einer Krise die Psychologie zwar die Handlung nicht ersetzen kann, ohne sie aber erfolgreiche Aktionen nicht denkbar sind.

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