Archive for Mai, 2008

Mein Ruf im Internet

Mittwoch, Mai 28th, 2008

Das Internet ist viral und vergisst nichts. Auch darum ging es beim heutigen Social Web Breakfst in der Münchner Lounch2 im Mathäser, das PR-Blogger Klaus Eck und Thomas Koch von Kongress Media organisiert hatten.

Mario Grobholz, Gründer der Reputation-Plattform myOn-ID, aber auch Eck machten deutlich, wie wichtig es ist für aktive, aber auch passive Internet-Nutzer, einen Überblick zu behalten, welche Meinungen über sie kursieren und welchen Ruf sie in der virtuellen Welt genießen.

Was lesen Geschäftspartner, Freunde, aber auch ein Personalchef (über 30 Prozent googeln Bewerber-Infos) bei einer Bewerbung über mich im Internet? Ist mein Profil, das sich dort herauskristallisiert authentisch, stimmt es mit dem realen Image überein, das ich und andere von mir haben?

 Mit myOn-ID hat Grobholz eine interessante Plattform geschaffen, die per Meta-Suchmaschine Daten über die eigene Person sammelt und Bewertungen zulässt. Folge von Bewertungen und Bearbeitungen: Aussagen und Fundstellen, die man präferiert, werden beim Suchen in Google künftig weiter oben gerankt, ohne komplizierte Suchmaschinen-Optimierungstools.

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Krisenweltmeister Deutschland AG

Sonntag, Mai 25th, 2008

„Krise im System“ titelte der Spiegel Online in seinem Beitrag am Sonntag, 26. Mai aus Anlass des neuesten Unternehmensskandals bei der Telekom und folgerte: Der Sittenverfall ist kein Zufall, sondern Systembedingt.

Wie bekannt, besteht der begründete Verdacht, dass die Telekom auf eine perfide Art und Weise überprüfte, ob Manager und Aufsichtsräte Kontakte mit Wirtschaftsjournalisten haben. Hierzu wurden heimlich Telefonverbindungsdaten ausgewertet, um angeblich undichte Stellen zu finden, die der Presse möglicherweise Informationen zuspielen. Das Pikante dabei, anscheinend wurden hierbei auch Telefondaten von Journalisten genutzt, um Abgleiche durchführen zu können.

Immerhin reagierte der neue Vorstand sofort, als die Sache durch ein fehlgeleitetes Fax ruchbar wurde und schaltete die Staatsanwaltschaft ein.

Journalistenverbände sehen angesichts dieser Methoden, die sie an Stasi-Zeiten erinnern, die Pressefreiheit in Gefahr.

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Verlage nur mäßig für die Zukunft gerüstet

Montag, Mai 19th, 2008

Schlechte Ausbildung und Outsourcing seien die größten Gefahren für Journalismus und Presse, ziehen die dpa-Tochter News Aktuell und das Hamburger Faktenkontor ihr Fazit im Medien-Trendmonitor Frühjahr 2008. Kritischer sollte man aber die Antworten von 70 Prozent der Befragten nehmen. Sie sind der Ansicht, dass die deutschen Verlage nur mäßig für die digitale Zukunft gerüstet seien.bild-3.png

Befragt wurden 3.039 Redakteure und freie Journalisten vom 14. Januar bis zum 10.Februar 2008. Obwohl es sich hier um keine Aussagen von Verlagsleitungen handelt, geben die Antworten zumindest eine Tendenz an, da Redaktionen in die Online-Entwicklungen von Verlagen in der Regel eingebunden sind.

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Unschuld teurer als Schuld – Bürger+Staat=Krise?

Sonntag, Mai 18th, 2008

Vor einer Woche fühlte ich mich, als eine Gebührenrechnung der Justiz eintraf, stark an ein Erlebnis in einem südamerikanischen Land erinnert.

Dort wollte ich nach einem Diebstahl eine Anzeige erstatten. Nicht, weil ich hoffte, dass dies der Gerechtigkeit dient, sondern wegen der Versicherung.

Bei der Aufnahme der Anzeige wartete ich geduldig, bis der Beamte endlich die Tasten der Schreibmaschine bewegte. Nichts tat sich. Dann flüsterte mir jemand das Wort „Dollar“ ins Ohr. Daraufhin verschwand der Beamte, ich legte ein paar Dollarscheine zwischen die Papiere auf dem Schreibtisch, der Mann kam zurück, bemerkte die Dollarscheine zwischen seinen Unterlagen, schob alles in denSchreibtisch und begann endlich zu schreiben.

Natürlich ist mir das nicht so in Deutschland passiert. Nein, hier werden keine Dollarscheine von Beamten eingesteckt, sondern bei uns kommen Gebührenrechnungen vom Staat, die aber manchmal ein ähnliches Gefühl von Ohnmacht und Willkür hinterlassen.

Was ist passiert?

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