{"id":61,"date":"2008-05-25T22:24:50","date_gmt":"2008-05-25T20:24:50","guid":{"rendered":"http:\/\/krisenblogger.de\/2008\/05\/25\/krisenweltmeister-deutschland-ag\/"},"modified":"2008-05-28T22:23:09","modified_gmt":"2008-05-28T20:23:09","slug":"krisenweltmeister-deutschland-ag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krisenblogger.de\/?p=61","title":{"rendered":"Krisenweltmeister Deutschland AG"},"content":{"rendered":"<p><!--StartFragment--><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Arial\"><\/span><span style=\"font-weight: bold\" class=\"Apple-style-span\">&#8222;Krise im System&#8220; titelte der\u00a0<\/span><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,555243,00.html\"><span style=\"font-weight: bold\" class=\"Apple-style-span\">Spiegel Online<\/span><\/a><span style=\"font-weight: bold\" class=\"Apple-style-span\">\u00a0in seinem Beitrag am Sonntag, 26. Mai aus Anlass des neuesten Unternehmensskandals bei der Telekom und folgerte: Der Sittenverfall ist kein Zufall, sondern Systembedingt.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Arial\">Wie bekannt, besteht der begr\u00fcndete Verdacht, dass die Telekom auf eine perfide Art und Weise \u00fcberpr\u00fcfte, ob Manager und Aufsichtsr\u00e4te Kontakte mit Wirtschaftsjournalisten haben. Hierzu wurden heimlich Telefonverbindungsdaten ausgewertet, um angeblich undichte Stellen zu finden, die der Presse m\u00f6glicherweise Informationen zuspielen. Das Pikante dabei, anscheinend wurden hierbei auch Telefondaten von Journalisten genutzt, um Abgleiche durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Arial\">Immerhin reagierte der neue Vorstand sofort, als die Sache durch ein fehlgeleitetes Fax ruchbar wurde und schaltete die Staatsanwaltschaft ein.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Arial\">Journalistenverb\u00e4nde sehen angesichts dieser Methoden, die sie an Stasi-Zeiten erinnern, die Pressefreiheit in Gefahr.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><span class=\"Apple-style-span\" style=\"font-family: Arial; font-size: 13px\">Damit die \u00d6ffentlichkeit nicht die zur\u00fcckliegenden Skandale, von denen der eine den anderen zu \u00fcberdecken droht, vergisst, hat Spiegel Online die zur\u00fcck liegenden Mega-Verst\u00f6\u00dfe aufgelistet und zugleich mit neuen erg\u00e4nzt. Zu Schmiergeld bei Siemens, Rotlicht und Babyphon bei VW, Kamera\u00fcberwachung bei Lidl und Burger King werden auch noch weitere verd\u00e4chtige Unternehmen genannt, wie Bilfinger Berger (hat die Ermittlungen selbst eingeleitet) und die D\u00fcsseldorfer Sicherheitsfirma Kl\u00fch-Security addiert. Um das Bild nicht ganz so schwarz zu malen, wurde der Spekultionswahn der Landesbanken anscheinend gn\u00e4dig \u00fcbergangen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Arial\">Das Manager-Bild habe sich gewandelt, kritisiert der Spiegel. Das Image des skrupellosen Zockers scheine auf, der mit allen, auch illegalen Mitteln Profit machen wolle. Dahinter stecke der Druck Erfolge zu erzielen und daf\u00fcr hohe Risiken einzugehen, da man davon ausgehen m\u00fcsse, dass die Wettbewerber genau so handeln w\u00fcrden. Und wer wolle, wenn bei allen die guten Sitten verfallen, als Angsthase oder Verweigerer dastehen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Arial\">Fast jedes zweite deutsche Unternehmen sei laut PWC von Wirtschaftskriminalit\u00e4t betroffen hei\u00dft es. Was aber nicht bedeutet, dass es sich immer um Korruption, Vorteilsnahme, Untreue oder Schn\u00fcffel-Aktionen in einer Grauzone handelt, um die es hier geht.<o><\/o><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Arial\">Klar, wer in Nigeria oder bestimmten anderen L\u00e4ndern Gesch\u00e4fte machen will, sieht sich mit dem Thema Korruption konfrontiert. Internationale Verhaltensregeln nutzen hier nur, wenn sie eingehalten. Oder besser: kontrolliert werden.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Arial\">Doch es geht um mehr, wie ich auf\u00a0<a href=\"http:\/\/viralclash.over-blog.com\/article-19858678.html\">viralclash.com<\/a>\u00a0darstelle, um Haltungen und Unternehmenskultur, bei denen auch der Spiegel deutliche Defizite feststellt. Konzernstrukturen und Spitzen\u00e4mter sind oft anf\u00e4llig f\u00fcr einen gewissen Autismus, um es vorsichtig auszudr\u00fccken und ohne dies generalisieren zu wollen. Die Sensibilit\u00e4t kann hier schonmal auf der Strecke bleiben.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Arial\">Allerdings gibt es auch andere F\u00e4lle. Vor einigen Wochen erlebte ich, wie bei einer Kundenveranstaltung ein Vorstandsmitglied der Deutschen Bank die harschen Worte eines bekannten deutschen Mittelst\u00e4ndlers zurecht r\u00fcckte. W\u00e4hrend der meinte, dass \u00fcber die Steuerzahlungen hinaus ein Unternehmen keine weiteren gesellschaftlichen Pflichten h\u00e4tte, griff der sensibilisierte Deutsch-Banker ein und hielt dagegen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Arial\">Der Telekom-Skandal k\u00f6nnte auch noch mit Altlasten zusammenh\u00e4ngen, als die Pressestelle des Hauses unter Journalisten als Abwehr-Abteilung verschrien war. Wer fr\u00fcher mehr als Verlautbarungen aus dem Haus erhalten wollte, musste Umwege gehen. Das hat m\u00f6glicherweise dazu gef\u00fchrt, dass an den Kommunikationsverantwortlichen so manche kritische Kommunikation vorbei gelaufen ist.<o><\/o><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Arial\">Auch daraus sollten gerade Pressesprecher lernen. Wer dicht macht und die totale Kontrolle sucht, darf sich nicht wundern, das pl\u00f6tzlich Quellen auf anderen Ebenen angestochen werden. Oder bestimmte Kreise die Presse f\u00fcr ihre Ziele mit Informationen instrumentalisieren.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Arial\">Zu anderen sch\u00f6nen Beispiele aus dem Alltag von Journalisten geh\u00f6ren Anrufe bei Chefredakteuren durch forsche Kommunikationsverantwortliche, die verbieten wollen, dass ohne ihre Zustimmung \u00fcber das Unternehmen recherchiert wird. Da werden Keulen bis hin zum Anzeigenstopp geschwungen, um kritische Berichterstattung zu verhindern. Scheinbar ohne die Folgen zu \u00fcberlegen. Egal ob solch ein Verhalten auf Machtrausch, Wichtigtuerei oder Betriebsblindheit plus Konzern-Autismus zur\u00fcck zu f\u00fchren ist. Letztendlich ein Zeichen, dass anscheinend die Unternehmenskultur nicht stimmt. Ein Wert, der nur schwer in Euro zu bilanzieren ist, allerdings nachhaltig in- und extern wirkt.<o><\/o><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Arial\">Ist es Chuzpe oder Dummheit, mit der dann oft genug die Krise erst richtig angeheizt wird? Mit dem Handwerk der Krisenkommunikation hat dies, ebenso wie die Schn\u00fcffelaktion der Telekom, nichts zu tun. Um m\u00f6gliche negative Berichte zu verhindern, entstand jetzt daraus ein Kommunikations-GAU, egal wie stark sich die Verdachtsmomente tats\u00e4chlich bewahrheiten. So mancher Kunde wird sich fragen, wie sicher sind dort meine Daten?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Arial\">Man darf gespannt sein, wie die Krisenkommunikation des Hauses k\u00fcnftig ausf\u00e4llt.<\/span><\/p>\n<p><!--EndFragment--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Krise im System&#8220; titelte der\u00a0Spiegel Online\u00a0in seinem Beitrag am Sonntag, 26. 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